Im Juli stehen die Sternbilder Skorpion (Scorpius), mit seinem hell und rötlich leuchtenden Stern Antares, und Schütze (Sagittarius) im Süden. Der rote Überriese Antares ist zirka 600 Lichtjahre entfernt und hat eine Größe von 700 bis 800 Sonnenradien. Übersetzt bedeutet der Name Antares „Gegen-Mars“, da dieser am Sternenhimmel vergleichbar aussieht wie der rote Planet Mars. Im Sternbild Schützen befindet sich von der Position unseres Sonnensystems aus gesehen das Zentrum der Milchstraße, welches ein Super Massives Schwarzes Loch von rund Vierhundertmillionen Sonnenmassen beherbergt. Skorpion und Schütze befinden sich relativ tief im Süden, da die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn am Sternenhimmel, dort entsprechend niedrig verläuft. Das Band der Milchstraße verläuft quer über den Sternenhimmel. Es beinhaltet etwa 300 Millionen Sterne. Im Sommer ist es aufgrund der Resthelligkeit schwerer zu beobachten.
Der Große Bär (Ursa Major) geht am Sternenhimmel aufgrund seiner relativen Nähe zum Himmelsnordpol niemals unter. Am Abend des Julis steht er relativ tief im Nordwesten. Markanter Teil des Großen Bären sind sieben hellere Sterne, welche auch als Großer Wagen bezeichnet werden. Die Verlängerung der letzten beiden Kastensterne in nördlicher Richtung führt zum Polarstern. In Richtung Polarstern zeigt die scheinbare Verlängerung der Erdachse, womit sich der Sternenhimmel von dieser Perspektive aus scheinbar um den Polarstern dreht und dieser damit den Himmelsnordpol markiert. Allerdings ist der Polarstern etwa einen Grad vom Himmelsnordpol entfernt. Der Polarstern ist der letzte Stern an der Deichsel des Kleinen Wagens bzw. des Kleinen Bären (Ursa Minor). Die Verlängerung des letzten Deichselsterns des Großen Wagens zeigt auf den Roten Riesen Arthur im Sternbild Bootes (Bootes), welcher nur 37 Lichtjahre entfernt ist und eine Größe von 26 Sonnenradien hat. Der Bärenhüter Bootes steht leicht westlich, während sich die Position des Sternbildes Löwen (Leo) schon deutlich in den Westen verschoben hat.
Die Sternbilder Leier (Lyra), Schwan (Cygnus) und Adler (Aquila) sind im östlichen Himmelsabschnitt zu finden. Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Atair bilden das Sommerdreieck und werden bereits zum Einbruch der Dunkelheit sichtbar. Im Sternbild Leier befindet sich ein Ringnebel. Diese entstehen, wenn massenärmere Sterne am Ende ihres Lebens als Roter Riese die äußere Hülle abstoßen. Übrig bleibt ein sogenannter Weißer Zwergstern und ein sogenannter planetarischer Nebel, welcher sich in einigen Zehntausend Jahren auflöst. Höher im Süden befindet sich das Sternbild Herkules (Hercules), welches den bekannten Kugelsternhaufen M 13 beherbergt. Dieser umfasst rund 500.000 Sterne und ist rund 25.000 Lichtjahre entfernt. Im Herkules findet sich auch der Kugelsternhaufen M 92, welcher etwa 290.000 Sonnenmassen beinhaltet und rund 29.000 Lichtjahre entfernt ist. Tief im Südwesten findet sich noch das Sternbild Waage (Libra).

Die Planeten im Juli 2026
Die Planeten lassen sich bis auf Merkur alle am Sternenhimmel. Der Merkur hat seine Abendsichtbarkeit im Juni beendet und ist im Juli 2026 nicht beobachtbar. Am 13.07.2026 steht er in Konjunktion mit der Sonne und baut anschließend schnell westliche Winkelabstände zur Sonne auf. Im August 2026 erscheint der Merkur dann am Morgenhimmel.
Die Venus steht im Sternbild Löwe und ist weiterhin als ein auffälliges, strahlendes Objekt am Abendhimmel zu sehen. Ihre Helligkeit nimmt sogar noch etwas zu. Am 08.07.2026 bewegt sich die Venus in gut einem Grad Abstand an den Hauptstern des Löwen, Regulus, vorbei. Regulus bedeutet übersetzt kleiner König. Als sogenannter Abendstern verkürzt sich die Sichtbarkeitsdauer der Venus im Juli 2026 allerdings.
Der rote Planet Mars durchläuft das Sternbild Stier (Taurus) und zieht am 14.07.2026 in einem Abstand von fünf Grad nördlich an Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers vorbei. Aldebaran ist ein Roter Riese mit dem 1,16-fachen der Sonnenmasse und 67 Lichtjahre entfernt. Der Mars taucht am Morgenhimmel auf und kann bei guten Sichtbarkeitsbedingungen in der Morgendämmerung ausgemacht werden. Bereits am 04.07.2026 zieht der Mars in einem Abstand von nur 0°6′ am Uranus vorbei, eine Möglichkeit, den Uranus am Sternhimmel ausfindig zu machen.
Der Planet Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel und steht am 29.07.2026 in Konjunktion mit der Sonne. Er durchläuft das Sternbild Krebs (Cancer).
Der Planet Saturn steht im Sternbild Fische (Prices) und hat seinen Auftritt noch in der zweiten Nachthälfte. Allerdings verlagern sich seine Aufgänge zunehmend in die erste Nachthälfte. Des Weiteren setzt der Planet am Ende des Monats zur sogenannten Oppositionsschleife an, in der seine Bewegung am Sternhimmel scheinbar zum Stillstand kommt und dann rückläufig wird. Diese scheinbare Bewegung kommt dadurch zustande, dass die sich schneller bewegende Erde den langsamer laufenden Saturn überholt.
Der Uranus befindet sich ebenfalls wie der Mars im Sternbild Stier. Wir bereits beschrieben, zieht der Mars am 04.07.2026 in nur 0°6′ am Uranus vorbei. Mit einem Feldstecher oder Teleskop kann der Uranus mit Hilfe des Mars dann ausfindig gemacht werden. Der Uranus ist wie der Mars und der Saturn in der zweiten Nachthälfte sichtbar.
Der Neptun steht im Sternbild Fische und setzt ebenfalls zu seiner Oppositionsschleife an. Er ist in der zweiten Nachthälfte zu finden, wobei sich seine Aufgänge in die erste Nachthälfte verlagern. Allerdings kann der Neptun nur mit optischen Hilfsmitteln gesehen werden.
Die Meteorströme im Juli 2026
Im Juli 2026 sind mehrere Meteorströme sichtbar. Die Pegasiden haben ihren Radianten im Sternbild Pegasus und erreichen ihren Höhepunkt um den 10.07.2026. Die ursächlichen Meteoroiden dringen mit relativ hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein.
Als stärkster Meteorstrom treten vom 12.07. bis 19.08. die Delta-Aquariden auf, welche ihren Radianten im Sternbild Wassermann (Aquarius) haben. Sie tragen auch den Namen Juli-Aquariden. Im Maximum sind etwa 20 bis 25 Meteore zu erwarten. Allerdings sind die Meteore nicht besonders hell und damit nicht auffällig.
Die Alpha-Capricorniden haben ihren Radianten im Sternbild Steinbock (Capricornus) und treten vom 03.07. bis 15.08.2026 auf. Sie treten die ganze Nacht auf. Ihren Höhepunkt erreichen sie am 30.07. mit nur fünf Meteoren pro Stunde.
Der Anti-Helion-Komplex ist als permanenter Meteorstrom weiterhin aktiv. Sein Radiant verlagert sich stetig ostwärts und durchsteift im Juli 2026 das Sternbild Steinbock. Aufgrund der langsameren Geschwindigkeit der Alpha-Capricorniden sind diese vom Anti-Helion-Komplex im Sternbild Steinbock unterscheidbar.
Die Perseiden, welche Mitte August ihren Höhepunkt erreichen, treten ab dem 16.07.2026 auf.