Fachgruppe Weltraumwirtschaft

Fachgruppe Weltraumwirtschaft

Innerhalb der nächsten Jahrzehnte dürfte die Bedeutung des Weltalls für die Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere für die Wirtschaft, sehr stark zunehmen. Schon jetzt hat die Weltraumwirtschaft ein Volumen von über 600 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2035 soll dieses Volumen nach einer Studie von McKinsey & Company und dem Weltwirtschaftsforum aus dem Jahr 2024 auf 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen. Die Weltraumwirtschaft wächst jährlich um neun Prozent, deutlich mehr als die Wirtschaft auf der Erde.

Nach einer Definition der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ („OECD“) umfasst die Weltraumwirtschaft „alle Aktivitäten und die Nutzung von Ressourcen, die im Zuge der Erforschung, des Verständnisses, des Umgangs mit und der Nutzung des Weltraums Werte und Vorteile für den Menschen schaffen und bereitstellen“.

Die moderne Kommunikation und Navigation, die Wettervorhersage und die Erforschung des Erdklimas, erfolgen schon heute weltraumgestützt. Auch sicherheitspolitisch wächst die Bedeutung des Weltraums. In Zukunft werden der Abbau von fast unbegrenzten Mengen benötigter Rohstoffe von anderen Himmelskörpern, die Fertigung unter Bedingungen der Schwerelosigkeit, die weltraumgestützte Nutzung der Solarenergie und auch der Weltraumtourismus an Bedeutung gewinnen. Kolonisierung und Terraforming von Himmelskörpern dürften erst in ferner Zukunft eine Rolle spielen, doch werden die Grundlagen hierfür schon jetzt mit der aktuellen Forschung und Entwicklung von Technologien geschaffen. Der erste Schritt hierzu dürfte auch eine permanente, bemannte Station auf dem Mond sein.

Die Entwicklung der Weltraumwirtschaft erfordert auch neue Ausbildungs- und Studiengänge sowie neue Arbeitsplätze. Die bisher hauptsächlich an Universitäten angesiedelte Erforschung des Weltalls sollte überdies als „Technische Astronomie“ und „Weltraumwirtschaft“ in das Fächerkanon der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Eingang finden. Neben den benötigten Technologien müssen auch die Gesellschaft und das Weltraumrecht weiterentwickelt werden, so dass wir als Menschheit insgesamt vor großen Herausforderungen in Raum und Zeit stehen. Mit der zunehmenden Bedeutung der Weltraumwirtschaft entwickelt sich auch eine Weltraumgesellschaft. Die ersten Grundlagen hierfür werden in unserer Gegenwart gelegt.

Die Etablierung einer „Region of Space“ in Bremen und Nordwest-Niedersachsen ist von strategischer Bedeutung für Deutschland und Europa. Indem wir die Kompetenzen in Geowissenschaften, Raumfahrt und Weltraumforschung bündeln, stärken wir das Profil von Bremen als „City of Space“ sowie der gesamten Region Weser-Ems national und international.

Es ist das Ziel, nach einer Evaluierung der benötigten und der vorhandenen Kapazitäten die Region Weser-Ems als führenden Akteur in der Weltraumwirtschaft zu etablieren. Um dieses Potenzial nachhaltig zu nutzen, soll im Dialog mit allen Beteiligten ein Strategieplan entwickelt  werden, der die Weichen für eine prosperierende Zukunft zum Wohle aller Beteiligten stellt. 

Andreas Schwarz

Koordinator Fachgruppe Weltraumwirtschaft

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