Im November 2026 dominieren die Sternbilder des Herbstes, und im Osten kündigen sich schon die Wintersternbilder an. Das Herbststernbild Andromeda steht in der Nähe des Zenits, und Pegasus steht bereits westlich vom Meridian. Die Sonnenuntergänge erfolgen am Anfang des Monats gegen 17:00 Uhr MEZ und zum Ende gegen 16:20 Uhr MEZ, sodass die Beobachtungsbedingungen jetzt bei geeignetem Wetter ideal sind. Neumond ist am 09. November 2026 und Vollmond am 24. November 2026. Es können alle acht Planeten gesehen werden. Uranus erreicht in der Nacht vom 25. auf den 26. November 2026 seine Oppositionsstellung. Drei periodische Meteorströme sind im November 2026 aktiv.

Die Sternbilder im November 2026
In der Mitte des Monats um 22:00 Uhr MESZ sieht der Sternenhimmel wie folgt aus: Hoch im Süden in der Nähe des Zenits steht das Sternbild Andromeda (Andromeda). In diesem Sternbild befindet sich die Andromeda-Galaxie, welche bei klarem Himmel und ohne Lichtverschmutzung sogar mit bloßem Auge zu sehen ist. Schon in einem Feldstecher kann sie gut beobachtet werden.
Die Andromeda-Galaxie (M 31 bzw. NGC 224) ist eine Spiralgalaxie mit einem Durchmesser von rund 200.000 Lichtjahren und beinhaltet rund eine Billion Sterne. Sie ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und bildet mit der Milchstraße (Galaxis), der Großen und der Kleineren Magellanschen Wolke sowie etwa 70 weiteren Galaxien die Lokale Gruppe. Diese Galaxiengruppe ist wiederum Teil des Virgo-Galaxienhaufens, welcher von der Erde aus in Blickrichtung des Sternbildes Jungfrau (Virgo) liegt.
Westlich des Sternbildes Andromeda steht das Sternbild Pegasus (Pegasus), welches den Südmeridian bereits überschritten hat. Als Pegasus-Quadrat ist es besonders markant am Sternenhimmel. Allerdings gehört der linke obere Stern schon zum Sternbild Andromeda und nicht mehr zum Pegasus. Hoch im Osten ist das Sternbild Perseus zu finden. Diesem folgt der Fuhrmann (Auriga) mit seinem funkelnden Stern Capella.
Im Zenit steht das Sternbild Kassiopeia (Cassiopeia). Tief im Norden steht das Sternbild Großer Bär (Ursa Major), welches den Meridian in unterer Konjunktion passiert. Zwischen dem Polarstern, welcher zum Sternbild Kleiner Bär (Ursa Minor) gehört, und dem Perseus finden sich keine hellen Sterne. Dort befindet sich das daher wenig auffällige Sternbild Giraffe (Camelopardalis), welches erst im Jahre 1613 vom niederländischen Amateurastronomen und Pfarrer Petrus Plancius eingeführt wurde. Ebenfalls tiefer im Norden, zwischen dem Großen und dem Kleinen Bären, schlängelt sich das Sternbild Drache (Draco). Zwischen den Sternbildern Drache, Kassiopeia und Kleiner Bär findet sich noch das Sternbild Kepheus.
Im Süden steht jetzt das Sternbild Fische (Pisces). Unter diesem, noch tiefer im Süden, steht das Sternbild Walfisch (Cetus). Den Fischen folgen östlich davon die Sternbilder Widder (Aries) und Stier (Taurus) mit den offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Tief im Südwesten stehen der Wassermann (Aquarius) und darunter der Südliche Fisch (Piscis Austrinus). Zwischen Widder und Andromeda findet sich das Sternbild Dreieck (Triangulum).
Im Osten zeigen sich neben dem Stier schon die Wintersternbilder Orion (Orion), Zwillinge (Gemini) mit ihren hellen Sternen Kastor und Pollux sowie der Kleine Hund (Canis Minor). Unterhalb des Stiers befindet sich das Sternbild Eridanus (Eridanus), der Fluss.
Tief im Westen stehen die Sommersternbilder Leier (Lyra), Schwan (Cygnus) und Adler (Aquila). Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Altair bilden das Sommerdreieck. Im Westen zwischen den Sternbildern Adler und Schwan befinden sich noch die kleinen Sternbilder Delphin (Delphinus) und Pfeil (Sagitta)
Die Planeten im November 2026
Alle acht Planeten lassen sich im November 2026 am Sternenhimmel finden.
Der Planet Merkur steht am 04. November 2026 in unterer Konjunktion zur Sonne und erreicht danach immer größere Winkelabstände von ihr. Ab Mitte des Monats wird der Planet am Morgenhimmel sichtbar und erreicht am 21. November 2026 seine größte westliche Elongation von der Sonne. Seine Helligkeit steigert sich bis zum 25. November 2026 von 0,6 auf -0,7 Magnituden und sinkt danach bis zum 30. November 2026 auf -0,6 Magnituden. Seine Aufgänge verspäten sich von der Mitte bis zum Ende des Monats von 05:46 Uhr MEZ auf 06:18 Uhr MEZ, und zum Ende des Monats ist der Merkur nur noch sehr schwer zu finden. Vom 18. November 2026 bis zum Ende des Monats steigt der beleuchtete Teil des Merkurs von 50 % (Halbmerkur) auf 85 % an, dafür verkleinert sich sein Durchmesser um etwa 2 Bogensekunden.
Die Venus wird nach ihrer gerade beendeten unteren Konjunktion zur Sonne im ersten Monatsdrittel am Morgenhimmel wieder sichtbar. Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang wird die Venus sichtbar und steht im Südosten. Am 10. November 2026 geht die Venus um 05:18 Uhr MEZ, am 20. um 04:34 Uhr MEZ und am 30. um 04:10 Uhr MEZ auf. Zunächst ist die Venus als sehr schmale Sichel zu sehen, welche bis zum 27. November 2026 einen Beleuchtungsanteil von 25 % erreicht. Zugleich wird allerdings der scheinbare Durchmesser des Planeten immer kleiner. Mit -4,9 Magnituden erreicht die Venus am 29. November 2026 ihre größte Helligkeit.
Der Mars verlagert seine Aufgänge in den späten Abend und steht im Sternbild Löwe (Leo). Am 26. November 2026 zieht der Mars mit einem nördlichen Abstand von 1,7° an Regulus, dem Hauptstern des Löwen, vorbei. In der Monatsmitte begegnen sich Mars und Jupiter mit 1,2° nördlichem Abstand. Am 01. November 2026 geht der Mars um 23:35 Uhr MEZ, am 15. um 23:17 Uhr MEZ und am 30. um 22:52 Uhr MEZ auf. Seine Helligkeit steigt von 0,8 auf 0,4 Magnituden.
Der Jupiter verlagert ebenfalls seine Aufgänge in den späten Abend und steht wie der Mars im Sternbild Löwe. Mitte des Monats begegnen sich der Mars und der Jupiter mit 1,2° Abstand. Am 03. November 2026 zieht der abnehmende Halbmond an Jupiter und Regulus vorbei. Die Situation wiederholt sich am 30. November 2026 ebenfalls in ähnlicher Form, wobei sich dann noch der Mars dazugesellt. Am 1. November 2026 geht der Jupiter um 00:13 Uhr MEZ auf, am 15. um 23:23 Uhr MEZ und am 30. um 22:29 Uhr MEZ bzw. 00:16 Uhr MEZ. Die Helligkeit des Jupiters steigt leicht von -2,0 auf -2,2 Magnituden.
Der Saturn steht im Sternbild Walfisch (Cetus) und verlagert seine Sichtbarkeit in den Abendhimmel. Mit Sonnenuntergang wird der Saturn dann sichtbar. Der zunehmende Mond gesellt sich am 20. November 2026 zum Saturn. Am 01. November 2026 geht der Saturn um 04:26 Uhr MEZ, am 15. um 03:27 Uhr MEZ und am 30. um 02:25 Uhr MEZ unter. Seine Helligkeit sinkt im Verlauf des Monats von 0,1 auf 0,6 Magnituden.
Der Uranus steht im Sternbild Stier (Taurus) und erreicht in der Nacht vom 25. auf den 26. November 2026 seine Oppositionsstellung. Im Meridian erreicht er am 26. November 2026 um 0:07 Uhr MEZ seine höchste Stellung am Himmel und ist dann am besten zu beobachten. In der zweiten Nachthälfte stört das Licht des aufgehenden Mondes die Beobachtung. Am Tag der Opposition geht der Uranus um 16:13 Uhr MEZ auf und um 07:57 Uhr MEZ unter. Am 1. November 2026 geht der Uranus um 17:54 Uhr MEZ auf und am 30. November 2026 um 07:47 Uhr MEZ unter. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,6 Magnituden wäre Uranus theoretisch gerade noch mit bloßem Auge sichtbar. Dies setzt jedoch ideale Sichtbedingungen voraus, welche in der Regel nicht gegeben sind. Im Teleskop zeigt sich der Uranus als kleine Scheibe mit 3,8 Bogensekunden Durchmesser.
Der Neptun steht im Sternbild Fische (Pisces) und verlagert seine Sichtbarkeit an den Abendhimmel. Seine Meridiandurchgänge im Süden erfolgen am 1. November 2026 um 21:45 Uhr MEZ, am 15. um 20:49 Uhr MEZ und am 30. um 19:50 Uhr MEZ. Die Untergänge erfolgen am 1. November 2026 um 03:49 Uhr MEZ und am 30. um 13:53 Uhr MEZ. Seine Helligkeit sinkt leicht auf 7,9 Magnituden ab. Ohne optische Hilfsmittel kann der Neptun nicht beobachtet werden.
Die Meteorströme im November 2026
Im November 2026 sind drei Meteorströme sichtbar.
Die Leoniden haben ihren Radianten im Sternbild Löwen und treten vom 13. bis zum 30. November 2026 am Morgenhimmel auf. Sie erreichen ihr Maximum mit bis zu 15 Meteoren pro Stunde am 17. November 2026. Mit 70 km/s haben die Meteoroiden eine relativ hohe Geschwindigkeit. Die Quelle des Meteorstromes ist der Komet 55P/Tempel-Tuttle. Seine ausgestoßenen Teilchen haben sich jedoch ungleichmäßig auf der Kometenbahn verteilt, sodass es alle 33 Jahre zu einem sprunghaften Anstieg der Meteore kommen kann. So konnten in den Jahren 1933 und 1966 mehrere Tausend Meteore beobachtet werden.
Die Tauriden bestehen aus einem nördlichen und südlichen Teilstrom und sind weiterhin aktiv. Vom 05. bis zum 10. November 2026 können im Falle der Nördlichen Tauriden etwa 5 bis 10 Meteore pro Stunde beobachtet werden. Hierbei kommt es mit steigender Tendenz auch immer wieder zu hellen Meteoren und Feuerkugeln.
Die Alpha-Monocerotiden haben ihren Radianten im Sternbild Einhorn und sind ein periodischer Meteorstrom mit unterschiedlicher Intensität. In den Jahren 1925, 1935, 1985, 1995 und zuletzt 2019 gab es einen kurzen und starken Anstieg der Meteorzahlen für eine Dauer von etwa einer halben Stunde. In diesen Fällen traten zwischen 100 und 500 Meteore auf. Das Maximum des Meteorstroms ist am Morgen des 21. November 2026 zu erwarten. Der Ursprung des Meteorstromes konnte bisher nicht bestimmt werden. Die berechneten Bahnen der Meteoroide deuten auf ein Ursprungsobjekt mit einer Umlaufzeit von 500 Jahren und enger Bahn um die Sonne hin.