Fachgruppe Astrobiologie

Fachgruppe Astrobiologie 

Die Astrobiologie ist eine interdisziplinäre Naturwissenschaft. Sie erforscht den Ursprung, die Evolution, die Verbreitung und die Zukunft des Lebens im Weltraum. Sie hat große Schnittmengen mit der Astronomie und Astrophysik, der Gravitationsphysik, den Geowissenschaften, den Raumfahrtwissenschaften, der Weltraumforschung, Physik, Chemie, Biologie und weiteren damit assoziierten Wissenschaften.

Eine der großen Fragen der Menschheit ist, ob sie alleine im Universum ist. Die Wissenschaft geht davon aus, dass dem wahrscheinlich nicht so ist. Seit den 1960er Jahren wird intensiv nach möglichen Signalen von technologisch entwickelten intelligenten Lebensformen gesucht. Mit den Raumsonden Viking 1 und 2 auf dem Mars begann ab 1976 auch die Suche nach einfachen Lebensformen. Spannende Kandidaten für außerirdische Einzeller sind auch die Jupitermonde Europa und Ganymed sowie die Saturnmonde Enceladus und Titan. Hochentwickelte Lebensformen könnten potentiell auf Exoplaneten gefunden werden. Diese Planeten außerhalb unseres Sonnensystems können wir seit 1992 nachweisen. Mittlerweile sind wir zunehmend in der Lage, die Atmosphären von Exoplaneten nach biologischen Signaturen zu untersuchen.

Die Begriffe Exobiologie und Astrobiologie werden weitgehend synonym verwendet und die Unterschiede sind sehr fein. Die Exobiologie beschäftigt sich expliziter mit der Suche nach Leben im Weltraum, widmet sich allerdings auch der Entwicklung und dem Verhalten von irdischem Leben im All. Die Astrobiologie betrachtet auch die Ursprünge des Lebens auf der Erde und im Universum sowie deren Entwicklung und Verhalten auch auf der Erde. Durch die Untersuchung von Lebensformen in extremen Umweltbedingungen auf der Erde (sogenannte Extremophile) können auch mögliche Rückschlüsse für die Entstehung und Entwicklung von Lebensformen außerhalb der Erde gezogen werden. Ein Beispiel hierfür ist die oben beschriebene Untersuchung von Mikroben in der Atacama-Wüste unter marsähnlichen Bedingungen. Mit zunehmender Verbesserung der Messtechnik steigt die Wahrscheinlichkeit, Leben außerhalb der Erde nachzuweisen.

Der Nachweis von möglichem Leben auf astronomischen Objekten kann auf verschiedene Arten erfolgen. Einerseits durch die direkte Untersuchung auf astronomischen Objekten, was derzeit auf das Sonnensystem beschränkt ist. Andererseits indirekt durch den Nachweis von bestimmten Molekülen in den Atmosphären von Exoplaneten, die als biologische Indikatoren geeignet sind. Im Falle einer technologisch entwickelten intelligenten außerirdischen Zivilisation, die zur Kommunikation fähig ist, kann auch nach künstlichen elektromagnetischen Signalen (Search for Extraterrestrial Intelligence, kurz: SETI) oder Artefakten dieser Zivilisation gesucht werden.

Kooperationspartner

Deutsche Astrobiologische Gesellschaft e. V. (DAbG) (Home / Deutsche Astrobiologische Gesellschaft e.V. (DAbG))

Interdisziplinäres Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) (IFEX Interdisziplinäres Forschungszentrum für Extraterrestrik – IFEX – Interdisziplinäres Forschungszentrum für Extraterrestrik)

Dr. Jacob Heinz

Koordinator Fachgruppe der Astrobiologie

 

Kontaktformular – Astrobiologie